30
Aug
10

Buchtipp: Mehr vom Leben

Mehr vom Leben

Frauen und Männer mit Behinderung erzählen

Ich schaff das – trotzdem!

So lauten die Reaktionen behinderter Frauen und Männer auf die Frage, wie sie ihren Körper und ihr Leben wahrnehmen. „Mehr vom Leben“, herausgegeben von Julia Fischer, Anne Ott und Fabian Schwarz, versammelt Erzählungen, die von behinderten Menschen zu dem Schreibwettbewerb „Männer sind anders – Frauen auch“ eingesandt wurden, den der Bundesverband der körper- und mehrfach behinderten Menschen bvkm gemeinsam mit der Aktion Mensch ausgeschrieben hatte.

Diese Geschichten sind ganz anders geraten, als man vielleicht erwartet hätte: Die Autorinnen und Autoren dieser Geschichten erzählen von Problemen, Erfolgen und Zielen, wie sie auch so genannte »normale« Leute kennen: Auch sie wollten zunächst, wie alle anderen Kinder, eine Schule besuchen, danach eine Ausbildung machen, arbeiten und schließlich einen Partner finden.

Ein bisschen stur muss man schon sein, um sich als behinderter Mensch gegen die Vorurteile der Mitmenschen durchzusetzen. Aber die Mühen lohnen sich, denn am Ende führen viele von ihnen ein (fast) normales Leben. Ihre Geschichten berichten davon: berührend, mit Witz und voller Stolz auf das Erreichte.

Dieses Buch bietet die Gelegenheit, Menschen, die von vielen als »anders« wahrgenommen werden, als Menschen wie du und ich kennen zu lernen. Das wird vielen von ihnen Mut und Zuversicht geben und den anderen, die sich als »normal« verstehen, den Blick öffnen und den Horizont ihrer Wahrnehmung weiten.

Ein wichtiges Buch für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen, aber auch für Betreuende in sozialen Einrichtungen, Zivildienstleistende und jeden, der wissen will, wie es für die ist, die »anders« zu sein scheinen, mit sich und uns klar zu kommen.

Mehr davon und kaufen kann man es HIER oder DA

HIER ein Bericht von einer Lesung des Buches mit bekannten Menschen aus Funk und Fernsehen

21
Aug
10

Begriffserklärung: Inklusion

Zur Zeit ist das Wort Inklusion oft zu hören. Aber woher kommt das Wort und was hat es zu bedeuten:

  • Das Wort Inklusion (lateinisch inclusio, „der Einschluss“) bedeutet Einbeziehung, Einschluss, Einbeschlossenheit, Dazugehörigkeit.
  • Für uns  ist die  soziale Inklusion wichtig, es gibt diesen Begriff aber auch in anderen Zusammenhängen.
  • Es gibt die inkusive Pädagogik. Das soll zum Beispiel heißen, das alle Kinder in die gleiche Schule gehen, die Unterschiedlichkeit der Kinder (zum Beispiel Kinder mit Behinderung, Kinder aus anderen Ländern) wird als wertvoll angesehen. Die (noch) meisten Schulen unterrichten Kinder die ähnlich begabt sind. Zum Beispiel die Kinder die leichter lernen im Gymnasium und Kinder mit Behinderungen in Sonderschulen! Dazu ein Film mit Mia Farah:
  • Inklusionen in der Mineralogie sind im Kristallinneren eingeschlossene Fremdstoffe, wie zum Beispiel diese Mücke im Bernstein (Bild Wikipedia)

08
Aug
10

Anregung: Muß der Schwerbehindertenausweis so groß sein?

Eine der besten Anregungen beim Weltkongress von Inclusion International war meiner Meinung nach, die Frage nach der Größe des Schwerbehindertenausweises! Die Bilder zeigen deutlich welche Unförmigkeit der Schwerbehindertenausweis im Vergleich zu Führerschein oder Personalausweis hat.

Das der Schwerbehindertenausweis eine lange Geschichte hat und aus der Versorgung von Kriegsinvaliden entstanden ist, kann man HIER nachlesen.

HIER steht auch, was die einzelnen Merkzeichen bedeuten! Natürlich auch welche Rechte und Erleichterungen damit haben kann!

02
Aug
10

Aktion: Kistenturm

Beim diesjährigen Jahresfest der Bruderhausdiakonie gabs auch wieder einen Kistenturm, und immer wenn dieser einstürzt, sieht es irgendwie aufregend  aus …

24
Jul
10

Filmtipp: Me too, wer will schon normal sein

Mee too (Ich auch!) Bald im Kino

Wer will schon normal sein

Ein Film von Alvaro Pastor und Antonio Naharro; Spanien 2009 (In Deutschland ab 5. August im Kino)

Daniel ist es gewöhnt, daß andere ihm wenig zutrauen und ihn verstohlen verschämt anschauen. Er hat ein klitzekleines Chromosom zu viel – Daniel ist mit dem Down Syndrom zur Welt gekommen. Jetzt, mit 34 Jahren, hat er ein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Das hätte wirklich niemand für möglich gehalten!

Voller Energie, Lust und Freude beginnt er seinen neuen Job und trifft doch wieder auf alte Vorbehalte bei Freunden, Kollegen und selbst bei seiner Familie. Als sich zwischen seiner Kollegin Laura und ihm eine intensive Freundschaft entwickelt, sind alle völlig verunsichert. Die Ablehnung, auf die ihre Freundschaft stößt, führt diese beiden rebellischen Seelen noch enger zusammen: sie verlieben sich – unerwartet und überraschend für sie selbst und unvorstellbar für alle Anderen.

Vorurteile, Ressentiments und eingefahrenen Verhaltensweisen werden kräftig durchgeschüttelt.

Der Film, der bereits auf vielen Festivals gefeiert wurde, gewann in San Sebastian die silberne Muschel für die beste Schauspielerin (Lola Dueñas, bekannt aus den Filmen von Pedro Almodóvar) und den besten Schauspieler (Pablo Pineda) sowie zweimal den Spanischen Filmpreis Goya 2010 für die beste Hauptdarstellerin und die beste Musik. Darüber hinaus lief er im Wettbewerb von Sundance sowie als Eröffnungsfilm des Filmfest München. Beim Filmfest Brüssel 2010 wurde ME TOO mit dem Golden Iris Award ausgezeichnet.

Hier mehr Infos und  ein Filmausschnitt:

20
Jul
10

Besuch aus Berlin 2: Ernst-Reinhard Beck

Der Bundestagsabgeordnete Ernst-Reinhard Beck zu Besuch in der Werkstatt für behinderte Menschen in Reutlingen.

Am Freitag 16. Juli erhielten die Reutlinger Werkstätten für behinderte Menschen Besuch vom  Bundestagsabgeordneten  Ernst Reinhard Beck (CDU).  Nachdem im April Beate Müller-Gemmeke von den Grünen die Werkstatt besichtigte (Hier), war dies bereits der zweite Besuch aus dem Bundestag in diesem Jahr.

Der ehemalige Lehrer des Pfullinger Schiller-Gymnasiums und langjährige Rektor des Reutlinger List-Gymnasiums vertritt seit 2002 den Wahlkreis Reutlingen per Direktmandat  in Berlin. Im Bundestag ist Herr Beck verteidigungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und stellvertretend im Auswärtigen Ausschuss.

Bei  der Besichtigung  des neugebauten Teils der Reutlinger  Werkstatt für behinderte Menschen konnte sich Herr Beck  einen Eindruck von den vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten der Beschäftigten machen. Dabei wurde das Konzept der WfbM,  dass die Beschäftigten als Experten  für Ihre Arbeit gelten und Ihre Aufgabenbereiche am besten erklären können, gleich umgesetzt.

Beeindruckt von der Präzision der Arbeiten und der Freude mit der sie erklärt wurde, stellte sich Herr Beck anschließend in einer Gesprächsrunde den Fragen des Vorstandsvorsitzenden Lothar Bauer, von Werkstatt- und Heimbeiräten sowie  leitenden Angestellten der Werkstatt und Behindertenhilfe.

Bei der Vorstellung erfuhren die Anwesenden, dass den Bundestagsabgeordneten für unentschuldigtes Fehlen während der Sitzungswochen 200Euro, für entschuldigtes Fehlen 100Euro und mit Krankmeldung immer noch 50Euro pro Tag abgezogen werden.  Da es sich bei den Diäten aber um eine Aufwandsentschädigung handelt, findet er das durchaus in Ordnung.

Als Experte für Verteidigungs- und Außenpolitik ist er viel unterwegs, letzte Woche in Paris, vor  kurzem in Peking und schon einige Male in Afghanistan. Von der Abschaffung der Wehrpflicht hält er nichts, er kann auch die Schwierigkeiten durch die Kürzung der Wehr- und Zivildienstzeit auf 6 Monate nachvollziehen, sieht allerdings eine Chance darin, das es nun auch allen Zivildienstleistenden ermöglicht wurde, ihren Dienst freiwillig auf ein Jahr zu verlängern.

Die inklusive  Gesellschaft, also die vollwertige Teilhabe von behinderten Menschen an allen Bereichen der Gesellschaft wäre kein  Dauerthema im Parlament. Allerdings spüre er bei allen Parteien eine große Bereitschaft konkrete Forderungen der UN-Konvention  umzusetzen, weg von einer Gesellschaft  die ausgrenzt, hin zu einer  Gesellschaft die Türen öffnet und sich hilft. Für Ihn auch Ausdruck einer von christlichen Nächstenliebe geprägten Haltung.

Das an der inklusiven Gesellschaft noch viel gearbeitet werden muss, wurde anhand der Fragestellungen deutlich.

Einige der Themen:

  • Beschäftigte der WfbM sollen mit 60 und gegen Ihren Willen in Rente gehen, weil die Kostenträger dadurch enormes  „Sparpotential“ für sich sehen, insbesondere wenn es sich um Menschen handelt, die nicht in einer stationären Einrichtung wohnen.
  • Für Empfänger von Leistungen der Eingliederungshilfe ist nur die günstigste Bestattungsart vorgesehen ist, also Einäscherung und Beisetzung im anonymen Gräberfeld. Bei der aktuellen Regelung des Schonvermögens haben die Betroffenen nicht die Möglichkeit für eine „selbstbestimmte“ Bestattung zu sparen. Auch geplantes Sparen für größere Vorhaben oder Anschaffungen wird erschwert wenn nicht sogar unmöglich gemacht, dabei ist es für viele Aspekte der Teilhabe unumgänglich finanziell vorzuplanen, bzw. vorbereitet zu sein.
  • Die Umsetzung der UN-Konvention ist in einer kritischen Phase. z.B. müssen spezialisierte Einrichtungen wie z.B. die Oberlinschule, drastische Kürzungen hinnehmen,
  • Die Wertschätzung für Spezialeinrichtungen, wie auch die WfbM eine ist, sinkt. Dabei ist nicht klar, welches die Zielvorstellungen der Politik in Bezug auf die Inklusion  im ersten Arbeitsmarkt sind. Auch in einer inklusiven Gesellschaft wird der Weg nicht an einem „Schutzraum“ wie eine WfbM ihn bieten kann vorbeigehen.
  • Wie soll die Inklusion in der Industrie oder in Betrieben aussehen? Der Versuch mit einer vorgeschriebenen Schwerbehinderten-Quote und der Möglichkeit diese durch Geld abzulösen kann als gescheitert betrachtet werden.

„Ein Bereich mit einer Vielzahl an Problemen und mitunter auch vielen kleinen Fragen die gelöst werden müssen“ begegnete Herr Beck den Anfragen die ihm vorgetragen wurden mit Respekt.

Er betonte, dass die Umgestaltung behutsam vorangetragen werden müsse, auch denkt  er nicht, das die politische Ebene mit neuen Gesetzen soviel hilft, sondern glaubt vielmehr an eine Veränderung von unten, mit neuen Ideen, die natürlich entsprechend unterstützt werden müssen!

Ein kleinen Beitrag konnte Herr Beck gleich einbringen, indem er für eine  geplante Bildungsreise nach Berlin einen Besuch  im Bundestag und einen Reisezuschuss anbot!

Der Wahlwerbespot von Herrn Beck:

14
Jul
10

Filmtipp: Accompagnato – Die Kunst des Begleitens

Am Sonntag war im Reutlinger „Franz K“ die Premiere des Films: Accompagnato – Die Kunst des Begleitens. Das Accompagnato-Projekt besteht aus Musikern des Experimentalorchesters, von Baff und der Philharmonie Reutlingen.

Anlässlich der Premiere wurden 2 wunderbare Stücke aus dem Projekt aufgeführt die (leider nur in mittelmäßiger Qualität) über unser Youtube-Konto eingebettet sind. Weitere Infos gibt es HIER

Klappentext:

Accompagnato – Die Kunst des Begleitens

Oder: „So geht des!“

Ein Film von Alex K. Müller (media&more Ludwigsburg)

„Sensationell“ – „umwerfend komisch“ – „beängstigend expressiv“ – „eine kleine Utopie, ein Stück richtiges Leben im falschen“: So urteilte die Presse über das Reutlinger Projekt Accompagnato – Die Kunst des Begleitens für Orchestermusiker und geistig behinderte Solisten – und auch vom Publikum wurde die gemeinsame Produktion der Württembergischen Philharmonie und des Festivals „Kultur vom Rande“ begeistert gefeiert.

Als der Filmemacher Alexander K. Müller Anfang 2008 in einer der ersten Proben vorbeischaute, um einige Bilder für einen Festival-Werbespot aufzunehmen, war er von der Arbeit so fasziniert, dass er fortan aus freien Stücken das gesamte Projekt mit der Kamera begleitete und so im Lauf der Zeit selbst ein fester Teil des Ensembles wurde.

2009 erhielt die Württembergische Philharmonie Reutlingen für Accompagnato den erstmals ausgeschriebenen Bundespreis für kulturelle Bildung. Mit Hilfe des Preisgeldes konnte nun aus dem während der Proben entstandenen Material ein Dokumentarfilm fertig gestellt werden.

12
Jul
10

Filmtipp: „Uwe läuft“, ein Film über Inklusion

Ein Film über Randgruppen und einen, der sie verbindet.

„Uwe geht zu Fuß“

Dokumentarfilm D 2009, 79 Min.

In einer Zeit, in der Menschen, die nicht der Normvorstellung unserer Gesellschaft entsprechen, schon lange in spezialisierte Einrichtungen ausgegliedert werden, kommt ein Film, der zeigt, was uns verloren geht.

“Uwe geht zu Fuß” ist laut Regisseur Florian von Westerholt ein “Low budget, big heart”-Film: „Dat is uns Uwe“ heißt es in Heikendorf, einer 8000-Seelen Gemeinde an der Kieler Förde. Uwe Pelzel, Jahrgang 1943, gehört zu den ältesten Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland. .Der Film zeigt nicht nur seinen besonderen Lebensweg, sondern auch den selbstverständlichen Umgang seiner Gemeinde, die mit ihren gewachsenen Strukturen den politischen Begriff „Inklusion“ weder kennt noch braucht. Uwe ist heute noch 1. Betreuer des Fussballvereins, Löffelträger der Heikendorfer Knochenbruchgilde, war Namensgeber des legendären Uwe-Pelzel-Tenniscups, Dirigent der Show-Brass Band, Mitglied der Theatergruppe und einst einer der begehrtesten Tanzpartner weit und breit. Zu seinem 50. und 60. Geburtstag wurden Feste gefeiert, von denen man heute noch spricht.

Florian von Westerholt zeigt Uwe Pelzel und seine Gemeinde in einem Film mit einzigartigen Bildern und Geschichten, die Freude und Hoffnung machen. Sie offenbaren ganz nebenbei, wie wichtig die Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft und unsere traditionellen, sozialen Strukturen für unsere Gegenwart und Zukunft sind.

Ein Film über das Glück.

Berührend, witzig, unterhaltsam und immer wieder überraschend.

Quelle: www.uwegehtzufuss.de

Den Film kann man im Buchhandel bestellen oder auch  HIER

08
Jul
10

Surftipp: www.ich-kenne-meine-rechte.de, UN-Behindertenrechtskonvention 4

Das ist eine ziemlich gute Seite im Internet, die möglichst klar und einfach gestaltet wurde, Hauptinhalt ist die UN-Behindertenrechtskonvention.

Es gibt einen Überblick über die UN-Behindertenrechtskonvention und einige Möglichkeiten sich beim studieren der Seite unterstützen zu lassen. Zum Beispiel werden schwierige Wörter vermieden oder erklärt, es gibt eine Vorlesefunktion und einen (sehr kleinen)  Test um zu prüfen, wie gut man die UN-Konvention schon verstanden hat.

HIER lossurfen oder aufs Bild klicken ;-)

04
Jul
10

Video: Vorstellung der Arbeit des Diakoniezentrums in Tandala, Tansania!

Nachdem HIER schon ein erster Bericht über die Partnerschaft mit dem Diakoniezentrum in Tandala und die letzte Reise nach Tansania  zu finden ist, habe ich noch ein paar Filme von der Reise bekommen und veröffentliche diese nun (nach und nach) über unseren Youtube-Kanal: vonwegenbehindert.

Vielen Dank dafür an an Jens :-)

In dem ersten Film wird die Arbeit des Diakoniezentrums in Tandala vorgestellt.