Gustav Mesmer 4/4: „So frei sein wie die Vögel“

Zum Abschluß der kleinen Reihe über Gustav Mesmer (zum Anfang) ein Text aus unserer Zeitung (der „lockeren  Schraube“) über Gustav Mesmer und ein Gedicht von Gustav Mesmer.

Das Leben von Gustav Mesmer, dem „Ikarus vom Lautertal“

  Von Walter Rebstock                                                             

Gustav Mesmer wurde im Januar 1903 in Altshausen bei Ravensburg geboren. Sein großer Traum war es aus eigener Kraft von Dorf zu Dorf fliegen zu können. Er war ein Tüftler und Künstler und Erfinder. Alle lachten ihn deswegen aus.

Als junger Erwachsener lebte er 6 Jahre im Kloster und sollte Pater werden. Mit dem Leben im Kloster wußte er jedoch nichts anzufangen. Deshalb ging er wieder zurück zu seinen Eltern. Im Jahr 1929 störte er die Konfirmationsfeier in einer evangelischen Kirche und wurde deshalb gewaltsam von der Kirche entfernt. Seine Eltern wußten nicht, was sie mit ihm anfangen sollen. Würde er sich und Anderen schaden? Der Hausarzt wies ihn  in die Psychiatrie ein. Gustav Mesmer war ganz unglücklich. Er wollte zurück zu seinen Eltern, aber sie wollten ihn nicht. In der Psychiatrie las er von einem Österreicher und einem Franzosen die mit einem Fahrrad fliegen wollten. Das war sein Traum. Er machte viele Zeichnungen und Skizzen über  Flugmaschinen um zu zeigen, dass man es schaffen könnte.

Und immer wieder versuchte er aus der Psychiatrie auszubrechen,insgesamt 16 Mal, doch immer wurde er wieder zurückgeschickt. Mehrmals bat er die Ärzte um Entlassung, aber niemand setzte sich für ihn ein obwohl längst klar war, dass er dort nicht hingehörte. 35 Jahre nach seiner Einlieferung wurde Gustav Mesmer endlich  entlassen und nach Buttenhausen ins Altersheim verlegt. Dort bekam er eine kleine Werkstatt um seine vielen Ideen wahr zu machen. Die Bewohner von Buttenhausennannten Gustav Mesmer den „Ikarus vom Lautertal“ und bewunderten und akzeptierten ihn. Er baute Musikinstrumente, Kunstobjekte, Flugobjekte, malte tausende von Skizzen und vieles mehr.

Sein großer Traum war aber immer noch das Fliegen . Er baute ein „Flugfahrrad“ das er Sonntags auf steinigen Wegen den Berg  hinaufschob und kurz darauf auf dem Flugfahrrad  sitzend  den Weg herunterdonnerte.  Gustav Messmer erzählte, er sei eines Sonntags  50 Meter weit damit geflogen. Zu fliegen war Gustav Messmers Traum bis zu seinem Tod.

„Kannst Du einmal fliegen,
steig auf einen Hügel, steige in die Höhe
Ach, wär dies für Dich so schön, so frei
sein wie die Vögel,
auch den letzten Raum der Erde zu passieren
bei Sonnenschein wie blühender Natur
Wenn ich schaukle durch die Lüfte,
welch herrliches Gefühl,
Unser Menschheitstraum ist nun erfüllet,
es gibt jetzt nur noch Auferstehn.
Der Luftraum ist noch frei für Dich,
Erfinde Dir schnell ein paar Flügel.
Frei sollen sie Dich heben,
Du sollst durch die Lüfte schweben,
Ach, wär das Dein Glück.“

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Über vonwegenbehindert

Dies ist der Blog von und für Klienten einer Behinderteneinrichtung im Süden der Republik. Es ist ein Versuch, eine Plattform zu schaffen die in erster Linie Menschen mit einer geistigen Behinderung und deren Unterstützer nützen sollen. Ob´s klappt .... ????
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